Eintäge für den 29. April 2008

Die Bahn wird privatisiert - Gut oder schlecht?

Es gibt kaum eine Pressemeldung der letzten Tage bei der ich stärkeres Herzrasen bekomme: Die Bahn wird privatisiert und geht den Weg Richtung Börse.

Naja nun werde viele Leute und Wissenschaftler sagen: Ist doch gut. Mehr Konkurrenz - niedrigere Preise. Das hat man damals bei der Privatisierung der Energiekonzerne auch gesagt. Ist es denn wirklich so?Für wen bringt denn eine Privatisierung einen Nutzen? Für die Anleger in erster Linie! Und die haben auch das Sagen. Ihnen wird wenig daran liegen einen Bummel-ICE zwischen Frankfurt und Dresden mit 40%er Auslastung zu betreiben. Ok, das Imageprojekt Frankfurt - Köln wird bleiben. Welcher Anleger ist daran interessiert in ein Verlustgeschäft zu investieren?

Aus einer Sicht betrachtet, muss man sich die Frage stellen, ob denn die Fahrpreise dadurch wirklich sinken? Kann denn eine Konkurrenz bei schlechter Marktlage entstehen? Welches private Unternehmen wird in ein Verlustgeschäft wie dem Fernverkehr investieren? (Der Nahverkehr ist nicht das Problem. Dort ist der Deckungsgrad >1. Das ist auch der Grund, weshalb sich in diesem Bereich bereits viele Privatunternehmen etablieren konnten.)

Ein erster Schritt wäre meines Erachtens zunächst die komplette Entkoppelung der DB Netz AG vom DB Konzern. So wie es jetzt ist, haben es private Bahngesellschaften sehr schwer, zum Einen in Besitz von Trassen zu gelangen oder müssen zum Anderen teuer für die Trassennutzung bezahlen. Ich ziehe gern den Vergleich zum Stromnetz und der Stromversorgung. Denn beide Marktentwicklungen ähneln sich beängstigend. Was in der Energiebranche komplett gegen den Baum ging, wird bei der Bahn im gleichen Stil wieder gemacht.

In meinen Augen ist öffentlicher Verkehr Aufgabe des Staates! Er hat für die Mobilität des Volkes zu sorgen. Bahnfahren muss für jeden Bürger bezahlbar sein. Derzeit ist Bahnfahren zu einem Ideal, Hobby bzw. Luxus geworden. Die Bahnpreise sind sehr hoch und das wird sich bei der Provatisierung und dem Börsengang definitiv nicht ändern. Stellen wir uns doch vor, der Staat vergebe die Zahlung der Hartz-IV-Anspüche an private Investoren. Hätten die Hartz IV Empfänger einen höheren Nutzen?

Wie sauber ist Atomstrom?

Nach bisheriger Meinung der Wissenschaft und Politik galt Atomstrom immer als sehr sauber, im Sinne der CO2-Emissionen. Es solle daher dazu dienen, die Lücke zwischen steigendem Energiebedarf und sinkenden Reserven fossiler Energieträger, in Hinblick auf Reduktion der CO2-Emissionen durch das Kyoto-Protokoll, zu schließen.

In einer Darstellung des Öko-Instituts Darmstadt wird diese Aussage revidiert. In einer Studie wurde festgestellt, dass Kernkraftwerke mehr CO2-Emissionen produzieren als erneuerbare Energien und ähnlich soviel wie Erdgas-BLockheizkraftwerke. Wird zudem noch Uran aus Südafrika importiert, so steigen die äquivalenten CO2-Emissionen/kWhel um das 4fache! Wie schon in einigen Artikeln ausgeführt birgt die Energiewandlung mittels Kernkraftwerken weitere erhebliche Risiken. Dazu kommt noch, dass die Reserven von Uran bei dem derzeit rasant steigenden Uranbedarf nicht allzu lange reichen. Die Umweltforscher meinen, dass Atomenergie sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne.

(Quelle: Welt Kompakt vom 25.4.2008. S. 11 “Dreckiger Atomstrom”)

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