Einträge im August 2008

Die Arktis ist frei – es ist Realität

Die Nachricht gestern über den Zustand der Eisfläche an der Arktis ist sehr beunruhigend. In der Tagesschau war gestern folgende Meldung zu sehen: Dramatische Eisschmelze in der Arktis. In Einem meiner ersten Artikel “Die Arktis schmilzt: Fluch oder Segen?” habe ich mich schon mit diesem Thema auseinander gesetzt. Damals bin ich auf die Vorteile eingegangen, die es für die Schifffahrt und den Tank unserer Autos haben wird. Dennoch bleibt bei einer solchen Meldung ein dunkler Beigeschmack. Nämlich der, der Machtlosigkeit. Keiner von uns kann jetzt handeln und im nächsten Jahr würde dies nicht wieder passieren. Nein, wir haben eine Epoche angerissen. Alle zusammen. Ich nehme mich da nicht aus. Wenn ich aber dann sehe oder höre, wie egal vielen Menschen dieses Thema ist, stimmt mich das sehr traurig. Ok, ich interessiere mich auch nicht für Versicherungen und Geldanlagen. Einige Menschen werden zu mir sagen: “Bist du verrückt? Das ist doch elementar!”


Was ist elementar? Die Grundlage menschlichen Lebens langfristig zu zerstören und einen sehr geringen Prozentsatz der Menschen “glücklich” zu machen? Oder ist es elementar seinen eigenen Wohlstand auf Kosten anderer zu stärken? Hier werden unterschiedliche Wertevorstellungen aneinander geraten. Auch bei der Frage, was die Lösung des Problems ist, werden viele unterschiedlicher Meinung sein. Denn für die meisten Menschen ist die wirtschaftliche Entwicklung immer noch das oberste Ziel. Haben wir denn aber noch die Zeit unseren wirtschaftlichen Wunschträumen hinterher zu laufen, die ja angeblich alle Probleme lösen? Oder haben wir bereits den Bogen überspannt? 


Bitte denkt an unsere Grundlage Natur, an eure Kinder und eure Enkel! Geht bitte sorgsam mit den euch gegebenen Ressourcen um. Denkt auch an andere Menschen, die diesen Artikel nicht lesen können, weil ihnen jegliche Grundlage dazu fehlt.

Armut auf der Welt

In den kommenden Wochen werde ich öfter das Thema Wachstum und dessen Grenzen in den Mittelpunkt der Artikel stellen. Grund dafür ist meine derzeitige Literatur: Meadows, Dennis: Die Grenzen des Wachstums – das 30-Jahre-Update. Im Groben geht es darum, das eine Gruppe von Wissenschaftlern sich mit Systemdynamik befasst hat. Ganz speziell mit den Verwicklungen und Verzweigungen des Weltsytems. Ihr erstes Buch: “Die Grenzen des Wachstums” erschien 1972 und löste eine große Debatte in Politik und Presse aus. 1992 erschien dann eine Neuauflage, “Die neuen Grenzen des Wachstums” mit aktualisierten Daten und den Geschehnissen bis dahin.

Nun aber möchte ich zunächst auf einen Teilbereich besonders aufmerksam machen, weil er meines Erachtens bisher wenig Bedeutung für unser tägliches Handeln hat. In der Politik und der Wirtschaft wird seit langem gerätselt und geforscht, wie die Armut auf der Welt verringert oder beseitigt werden kann. Häufig hört man die These: Wachstum ist notwendig, damit Armut verschwindet. Oder: Bei der gegenwärtigen Struktur des Wirtschaftssystem führt Wachstum nicht zu einem Ende der Armut. ”Im Jahr 1998 mussten mehr als 45% der Weltbevölkerung mit Durchschnittseinkommen von 2 Dollar am Tag oder weniger auskommen.” (Quelle: Meadows, Grenzen des Wachstums – 30-Jahre-Update, S. 41). Die starke Industrialisierung führte mehr zu einer ungleichen Verteilung des Mittel. Der Armut wurde damit nicht entgegengewirkt. Im Gegenteil. Das hat mehre  Gründe: Einen konzentriert sich das derzeitige Wirtschaftswachstum auf die bereits wohlhabenden Länder. An dem Beispiel, dass Kapital durch Verzinsung exponentiell ansteigt, kann man sehen, dass Wachstum eine immer größere Kluft zwischen den Reichen und den Armen bringt. Einer der viel hat, bekommt durch hohe Zinsen noch viel mehr. Jemand der wenig hat und sich gar Kapital leihen muss um zu überleben, verliert umso mehr bzw. hat immer weniger. Würde man das globale Bruttosozialprodukt in 5 Teile, nach reich und arm, teilen, so würden die reichsten 20% einen Anteil von ca. 82% einnehmen. Der Anteil der Ärmsten 20% würde die 1%-Marke wohl kaum übersteigen.Die Ursache das Wirtschaftswachstum die Kluft zwischen arm und reich immer weiter verstärkt liegt zum Einen an dem gesellschaftlichen Phänomen, dass systematisch die Privilegierten mit Macht und Ressourcen, mit denen diese noch mehr Privilegien gewinnen, belohnt werden. “Beispiele hierfür reichen von offener oder versteckter ethischer Diskriminierung bis zu Steuerschlupflöchern für Reiche; von minderwertiger Ernährung die Kinder der Armen bis zu elitärer Schulbildung für Kinder der Reichen,[...]” (Quelle: Meadows, S. 44). Dieser Kluft kann beispielsweise mit Anti-Diskriminisierungsgesetzen, mit zunehmendem Einkommen steigende Steuersätze, Bildung und medizinische Versorgung für alle… entgegengewirkt werden. 

Wir, in den wohlhabenden Industrieländern müssen uns für unseren Konsum und unseren Überfluss nicht persönlich für unser ausbeuterisches Handeln rechtfertigen. Unser Gewissen wird nicht täglich dadurch getrübt einem anderem Menschen gerade Leid zuzufügen. Nein, wir müssen es nicht sehen. Und ein Großteil derer, die in Überfluss leben, werden nie den Menschen begegnen denen sie geschadet haben.

Meiner Meinung nach gibt es 2 Wege die Abhilfe schaffen können.
Der eine Weg wäre eine Reformierung des Finanzsystems. Sie sollte eine Abschaffung des Zinssystems für Geld beinhalten. Das würde verhindern, das Reiche immer reicher werden und arme immer ärmer. Zusätzlich sollte man das Klassensystem vermeiden, also keine erste und zweite Klasse in den Zügen beispielweise.
Der Zweite Weg führt über eine gerechte Entlohnung der Arbeit anderer. Eine Entlohnung, die Armen Menschen bzw. armen Ländern die Chance auf Bildung ermöglicht. Das Stichwort “fairer Handel” ist hier passend. Viele Produkte des täglichen Bedarfs (Kaffee, Tee, Kakao, Holz, Kleidung…) sind heute schon im Handel erhältlich. Darauf werde ich in den kommenden Artikeln weiter detailliert eingehen.

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