Übersicht der Einträge in ‘Klimawandel’

Wenn Kühe Methan furzen…

Heute möchte ich ein neues Thema beginnen. Ich möchte strittige Thesen zu den Themen Klimawandel , Energie, Ökologie, Verkehr und Nachhaltigkeit sammeln und diese dann hier kommentieren und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterlegen um somit mehr Klarheit zu schaffen. Beginnen möchte ich mit 3 Thesen. Wenn euch solche Thesen einfallen, dann immer an mich senden!


Kühe rülpsen Methan
Nun schon mehrere Male habe ich dieses Gerücht gehört. Deshalb möchte ich es an dieser richtig stellen. Kühe furzen Methan. Das hat zur Folge, dass in entwickelten Industirenationen die Methanemission sehr hoch ist. Methan wird unter anderen bei Mülldeponien und beim Reisanbau freigesetzt. Methan ist das am stärksten wirkende Treibhausgas. Es wirkt 20mal stärker als Kohlendioxid - CO2. Es tritt aber nicht in den Mengen in der Atmosphäre auf wie CO2. Trotzdem ist dieses Gas als Treibhausgas nicht zu vernachlässigen.
In diesem Jahres konnte der Nordpol erstmals mit dem Schiff umfahren werden. Wissenschafter haben festgestellt, dass der bisher gefrorene Meeresboden auftaut, wodurch das dort gespeicherte Methan CH4 in die Atmosphäre entweichen wird. (Quelle: http://www.umweltlexikon-online.de)

Kuh

Photovoltaik ist unökologisch, weil für die Herstellung der Module mehr Energie benötigt wird als diese in ihrem Leben erzeugen
Dieses Statement ist ungefähr 30 Jahre alt, doch hält sich wacker. In den 1970er Jahren als man begann, die Photovoltaikindustrie aufzubauen, galt diese These als richtig. Heute kann man für ein in Deutschland installiertes Modul sagen, dass die Energie für die Produktion nach 4 Jahren Betrieb wieder eingespeist wurde. Dies gilt für Dickschichtmodule, also polykistallines und monokristallines Silizium. Bei Dünnschichtmodulen mit armorphen Silizium sind es nur 2 Jahre. Würde man diese Module jetzt noch in Spanien installieren, wäre der Energieerntefaktor noch höher.
Langfristig gesehen ist Strom aus der Sonne also sehr ökologisch und vor allem auch wirtschaftlich.

SSKW Borna

Man wird den Welthunger nicht mit den uns zur Verfügung stehenden Ackerbauflächen decken können.
In den letzten 50 Jahren hat sich die weltweite Getreideproduktion mehr als verdreifacht. Aufgrund des Bevölkerungswachstums ist die Getreideproduktion pro Kopf relativ konstant geblieben und ist seit 1980 sogar rückläufig. Die jährliche Gesamtproduktionsmenge von Getreide könnte 8 Milliarden Menschen am Existenzminimum ernähren, wenn verschiedene Einschränkungen nicht gegeben wären. Aber theoretisch. Getreide macht ungefähr die Hälfte des landwirtschaftlichen Ertrags aus. Würde man die Erträge von Knollen- und Blattgemüse, Früchten, Fischen und tierischen Produkten von Weidetieren hinzuzählen, könnte man 6 Milliarden Menschen weltweit gesund und abwechslungsreich ernähren. Die Verteilung der Ernte ist allerdings recht ungleich. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Getreideernte als Futter für Tiere dient. (Quelle: Meadows, D.: Die Grenzen des Wachstums - das 30-Jahre-Update, S. 57-58)
Laut FAO (Food and Agriculture Organization) sind weltweit rund 850 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Frauen und Kinder. Rund 25 000 Menschen sterben jährlich an Hunger/Unterernährung. An dieser Stelle brauche ich, so glaube ich, nicht weiter auszuführen. Ein weiterer einschränkender Faktor für die Nahrungsmittelproduktion ist die zur Verfügung stehende Anbaufläche. Seit gut 30 Jahren hat sich die weltweite Ackerbaufläche kaum verändert, doch deren Qualität. Größtes Problem hierbei liegt darin, dass produktive Anbauflächen umgewidmet werden. Ursachen dafür sind beispielsweise Erosion, Versalzung, Ausbreitung von Städten (Urbanisierung) und Wüstenbildung (Desertifikation). Die Stadt Jakarta, beispielsweise, breitet sich so stark aus, das jährlich 20 000 Hektar Ackerflächen verloren gehen. Thailand wandelte in 5 Jahren 34 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Golfplätze um!
Ein weiterer Faktor für schwindende “Ackerflächen” ist die Flächennutzungskonkurrenz. Soll heißen, dass immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche für den Anbau von Energiepflanzen genutzt wird. Derzeit werden in Deutschland 5% Biosprit dem Benzin beigemischt. Dieser Biosprit wird vorwiegend aus Mais, Raps und ähnlichen Energiepflanzen hergestellt.

vegetarischer Salat

Die Arktis ist frei - es ist Realität

Die Nachricht gestern über den Zustand der Eisfläche an der Arktis ist sehr beunruhigend. In der Tagesschau war gestern folgende Meldung zu sehen: Dramatische Eisschmelze in der Arktis. In Einem meiner ersten Artikel “Die Arktis schmilzt: Fluch oder Segen?” habe ich mich schon mit diesem Thema auseinander gesetzt. Damals bin ich auf die Vorteile eingegangen, die es für die Schifffahrt und den Tank unserer Autos haben wird. Dennoch bleibt bei einer solchen Meldung ein dunkler Beigeschmack. Nämlich der, der Machtlosigkeit. Keiner von uns kann jetzt handeln und im nächsten Jahr würde dies nicht wieder passieren. Nein, wir haben eine Epoche angerissen. Alle zusammen. Ich nehme mich da nicht aus. Wenn ich aber dann sehe oder höre, wie egal vielen Menschen dieses Thema ist, stimmt mich das sehr traurig. Ok, ich interessiere mich auch nicht für Versicherungen und Geldanlagen. Einige Menschen werden zu mir sagen: “Bist du verrückt? Das ist doch elementar!”


Was ist elementar? Die Grundlage menschlichen Lebens langfristig zu zerstören und einen sehr geringen Prozentsatz der Menschen “glücklich” zu machen? Oder ist es elementar seinen eigenen Wohlstand auf Kosten anderer zu stärken? Hier werden unterschiedliche Wertevorstellungen aneinander geraten. Auch bei der Frage, was die Lösung des Problems ist, werden viele unterschiedlicher Meinung sein. Denn für die meisten Menschen ist die wirtschaftliche Entwicklung immer noch das oberste Ziel. Haben wir denn aber noch die Zeit unseren wirtschaftlichen Wunschträumen hinterher zu laufen, die ja angeblich alle Probleme lösen? Oder haben wir bereits den Bogen überspannt? 


Bitte denkt an unsere Grundlage Natur, an eure Kinder und eure Enkel! Geht bitte sorgsam mit den euch gegebenen Ressourcen um. Denkt auch an andere Menschen, die diesen Artikel nicht lesen können, weil ihnen jegliche Grundlage dazu fehlt.

Wie sauber ist Atomstrom?

Nach bisheriger Meinung der Wissenschaft und Politik galt Atomstrom immer als sehr sauber, im Sinne der CO2-Emissionen. Es solle daher dazu dienen, die Lücke zwischen steigendem Energiebedarf und sinkenden Reserven fossiler Energieträger, in Hinblick auf Reduktion der CO2-Emissionen durch das Kyoto-Protokoll, zu schließen.

In einer Darstellung des Öko-Instituts Darmstadt wird diese Aussage revidiert. In einer Studie wurde festgestellt, dass Kernkraftwerke mehr CO2-Emissionen produzieren als erneuerbare Energien und ähnlich soviel wie Erdgas-BLockheizkraftwerke. Wird zudem noch Uran aus Südafrika importiert, so steigen die äquivalenten CO2-Emissionen/kWhel um das 4fache! Wie schon in einigen Artikeln ausgeführt birgt die Energiewandlung mittels Kernkraftwerken weitere erhebliche Risiken. Dazu kommt noch, dass die Reserven von Uran bei dem derzeit rasant steigenden Uranbedarf nicht allzu lange reichen. Die Umweltforscher meinen, dass Atomenergie sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne.

(Quelle: Welt Kompakt vom 25.4.2008. S. 11 “Dreckiger Atomstrom”)

Einfluss der Ozeanzirkulation auf das Klima Europas

Eben komme ich aus der Uni, wo ich mir einen Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung zum Thema Klimawandel anhörte. Der Referent war Prof. Dr. Jochem Marotzke vom MPI - Meteorologie in Hamburg.

Er hielt einen überaus interessanten Vortrag über die Wirkung des, im Volksmund bekannten, “Golfstroms” und dessen Einfluss auf das Klima Europas. Zunächst muss man aber klären, dass der Golfstrom nur der Teil dieser Meeresströmung ist, der am Golf von Mexico und vor Florida zu finden ist. Auf dem Atlantik teilt sich dieser Strom. Der eine Teil “fließt” an Afrika entlang mit warmen Wasser wieder zurück zum Golf von Mexiko. Dieser Kreislauf wird als subtropischer Wirbel bezeichnet und ist für Klimaveränderungen unrelevant. Der zweite Teil strömt weiter gen Norden an der europäischen Atlantikküste entlang zur Arktis. Dort nimmt die Temperatur ab (3-4K). Dabei sinkt das Wasser zu Boden, um dann wieder gen Süden zu Strömen. Diesen Kreislauf nennt man Thermohaline Zirkulation (THZ), welche relevant für Klimaänderungen und verantwortlich für das gemäßigte Klima in Europa ist. Das Thermo steht für temperaturbedingt und das Halin kommt von der Abhängigkeit vom Salzgehalt.

Im 4. Klimareport des IPCC (siehe Artikel) sind Klimaprognosen enthalten, die besagen, dass die Polkappe des Nordpols in 100 Jahren im Sommer eisfrei sein wird. Allerdings nach der Modellvariante A1B. Es gibt unterschiedliche Modelle, die von unterschiedlichen politischen Entwicklungen ausgehen. B1 bspw. geht von einer recht wirksamen Klimapolitik in der Zukunft aus. A2 hingegen geht von einer Politik “business as usual” aus. A1B ist dann das Mittelding. Nun gibt es aber immer wieder die Behauptung, dass durch abschmelzen des Nordpols die THZ abgeschwächt wird und Europa eine Eiszeit droht. Auch dieses Szenario wurde annähernd anhand von Modellen berechnet. Angenommen wurde der schlimme Fall tritt ein: Das Grönlandpackeis schmilzt in den nächsten 600 Jahren komplett ab. Das Ergebnis dieser Modelle zeigt, dass die THZ trotz dessen nur in geringem Maße abnehmen würde. Grund dafür ist die Relation zweier Faktoren auf den Klimawandel. Die aufheizende Wirkung des Treibhauseffektes ist 3-4mal höher als die Abschwächende Wirkung einer mangelnden THZ. Auch der Wegfall der bisher reflektierenden Eisfläche (bei Schnee werden ca. 75-85% des Lichtes reflektiert) würde zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes führen. (Meerwasser reflektiert 10% des eingestrahlten Lichtes. Natürlich gibt es nun wieder mehrere Faktoren, die dies wieder eindämmen würden… Der Salzgehalt des Meeres ist fast überall auf der Welt gleich (31-37kg/m³), auch zeitlich gesehen ist dieser immer sehr konstant geblieben. Der treibende Keil für die Abschwächung der THZ ist also die Temperatur und die Winde.

Fakt ist, eine Eiszeit in Europa wird es auf kurzer Dauer gesehen nicht geben.

Nehmt euch 4min Zeit…

Nochmal möchte ich auf einen kleinen Film der UNEP verweisen, der, wie ich denke, sehr eindrucksvoll zeigt, wie es um unseren Planeten steht und was wir tun können, um die Kurve zu kriegen. Nehmt euch die 4 Minuten Zeit, klickt auf Vollbild und lehnt euch zurück. :)

Fragile Planet

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