Übersicht der Einträge in ‘Klimawandel’
Aufruf zur Förderung erneuerbarer Energien
In den letzten Tagen hat Martin Mathaj folgenden Text im Rahmen einer eigenen Recherche zu ÖkoStromanbietern erstellt. Er zeigt kurz aber pregnant wo Defizite sind und begründet dies logisch. Das ist Anlass um diesen Artikel hier zu veröffentlichen:
“Hallo liebe Leute,
ich möchte hiermit einen kleinen Aufruf starten, der die Verantwortung des Energieverbrauchers betrifft. Bitte nehmt euch die Zeit euch selbst ein Bild zu machen.
Ob Klimawandel oder nicht, Fakt ist, dass wir unsere fossilen Ressourcen (Erdöl, Kohle, Erdgas, [Uran]) in wenigen Jahrzehnten verbraucht haben werden. So haben unsere künftigen Generationen einen eventuellen Verlust an Lebensstandard und -qualität zu erleiden. Produkte aus Erdöl, oder mit dessen Hilfe erzeugte, umgeben uns im alltäglichen Leben (Verpackungen, Mikrofaser, Arzneimittel, Haushaltswaren, Düngemittel, Wärme, Strom, Treibstoffe…). Der Verbrauch steigt mehr als linear an, obwohl die Ressourcen endlich sind. Eine Weltwirtschaft, aufgebaut aus fossilen Ressourcen, birgt neben sozialer Ungerechtigkeit auf globaler Ebene (Hungerlöhne, Öl-Kriege, Korruption…) auch hohe Umweltschäden national und lokal mit sich (Erosion, Desertifikation [fortschreitende Wüstenbildung, Anm. von mir], Luft- und Wasserverschmutzung…). Ein Hoffen auf die Zukunft und die eventuellen neuen tollen Technologien, die alle Probleme lösen, verbreitet eine Ohnmacht und ein Warten. Dabei ist völlig ungewiss, wann und mit welchem Ausmaß die neuen Technologien Rohstoffe und Energie erzeugen oder effizienter nutzen können. Sollen wir 10, 20 oder gar 100 Jahre warten und zusehen, wie die Umweltschäden global zunehmen und die soziale Kluft der Völker wächst? Alte fest eingefahrene ökonomische Führungsstrategien lassen ein Umdenken und grundsätzliches Umstrukturieren kaum zu. Hier liegt die Verantwortung beim Verbraucher! Erst wenn sich die Nachfrage ändert, kann und wird sich das Angebot ändern.
Mit der Förderung erneuerbarer Energien besteht die Möglichkeit aus den alten Strukturen auszubrechen und in eine lebenswerte Zukunft für uns und unsere nachfolgenden Generationen zu starten. Wir haben heute bereits die Möglichkeit unseren Energiebedarf komplett aus erneuerbarer Energie zu erzeugen und das weltweit. Die Natur macht es uns vor, das Leben der Erde wird durch die Kraft der Sonne gespeist. Über Jahrmillionen haben sich aus geradlinigen Um- und Abbauprozessen Kreisläufe entwickelt. Die Menschheit steht in diesem Jahrtausend vor der wichtigen Aufgabe diesen Sprung von der Linearität hin zu den Kreisläufen zu meistern.
Erneuerbare Energien bieten einige Vorteile. Sie befreien die Staaten von der Marktpreisabhängigkeit der fossilen Ressourcen und erhöhen die Selbstbestimmung. Sie sind nach den noch recht hohen Anschaffungskosten extrem kostengünstig in der Energieerzeugung. Sie schaffen Arbeitsplätze und verkürzen durch ihre dezentrale Lage die Wege (kurze Energieketten) und erhöhen somit die Effizienz. Unsere Kinder und Enkel haben das Recht, nicht unter schlechteren Umweltbedingungen zu leben als wir. Dies kann ernsthaft nur durch erneuerbare Energie ermöglicht werden.
Für Deutschland und seine Bewohner ist es ein leichtes mit einem kalkulierbaren Mehraufwand einen globalen Beitrag zu leisten. Und das schöne dabei ist, der Mehraufwand wird bei steigendem Angebot sinken. Die Finanzen für die nötige Erforschung zur Energiespeicherung aus erneuerbarer Energie (gekoppelte Wind-Biomasse-Generatoren, thermale Speicher, Druckluft, Elektrodynamik und -mechanik…) werden mit Hilfe des Konsumenten ebenfalls steigen, welche somit eine ganztägige Energieversorgung (Grundlast) sichern werden. Die Top 3 erneuerbare Energieanbieter für Deutschland sind in der Tabelle 1 mit jeweils 2 Verbrauchsrechenbeispielen und einem regionalen und einem extrem marktwirtschaftlich orientierten Anbieter gegenüber gestellt. Man kann erkennen, dass die erneuerbare Energie durchaus konkurrenzfähig wird. [siehe Link, Anm. von mir]
Rechenbeispiel Ökostromanbieter
Für weitere Informationen zu Stromanbietern, Strompreisen und zu erneuerbarer Energie sei auf die folgenden Links verwiesen.
Anbieter:
FlexStrom.de
DREWAG
NATURStrom
Greenpeace Energy
EWS Schönau
Informationen:
http://www.zeit.de/online/2007/37/stromtarif-vergleiche
http://de.wikipedia.org/wiki/Strompreis
http://de.wikipedia.org/wiki/ErneuerbareEnergie
http://www.bine.info/templmain.php/erneuerbare_energien/
http://www.unendlich-viel-energie.de/
http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/40339/
http://www.wcre.de/en/images/downloads/WREA.pdf
Es liegt bei jedem selbst, wie er die Zukunft mitgestalten kann und will, doch wir müssen den Mut aufbringen und Verantwortung für uns und unsere nachfolgenden Generationen übernehmen.
Ich Danke für eure Aufmerksamkeit.
Viele Grüße
Martin Mathaj
martin.mathaj@gmx.net
Anhang:
Dank der vielen Kampagnen über die Vorzüge der Kernenergie (http://www.klimaschuetzer.de) fühle ich mich genötigt hier mal etwas klar zu stellen. Es ist richtig, dass der CO2-Ausstoß annähernd Null ist. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Die Kernenergie erfuhr und erfährt eine immense finanzielle Förderung, da diese sehr kostspielig ist und sonst nicht wirtschaftlich wäre (da fließen Steuergelder). Die Förderungen (1950-1995) liegen global etwa 15 mal höher als die der erneuerbaren Energien. Zudem werden gigantische Mengen Kühlwasser benötigt, was in Anbetracht der sinkenden Ressource Wasser unverantwortlich ist. Die Rückführung des erwärmten Wassers in Flüsse gefährdet die einheimische Flora und Fauna. Die Uranvorkommen werden bei anhaltender Nutzung etwa 60 Jahre reichen. Der atomare Abfall wird den künftigen Generationen für gut 10.000 Jahre überlassen. Welche Regierung ist so stabil und hat ausreichende zur Verfügung stehende finanzielle Mittel für diesen Zeitraum? Kann ein Waffenhandel und -mißbrauch vermieden werden? Die Nutzung der Kernfusion wird nicht viel günstiger werden. Der Wasserverbrauch bleibt enorm hoch. Die hoch radioaktiven Materialien haben zwar nur eine (angestrebte) etwa 100jährige Aktivität, dafür ist die Menge dieses Materials um ein vielfaches größer. Kann man sich wirklich 100%ig vor feindlichen Angriffen auf die Kernenergiewerke schützen? Kernenergie ist somit keine wirkliche nachhaltige Alternative für die Zukunft unseres Planeten!
Klimakonferenz in Bali geht zu Ende
Heute werde ich kurz über die Klimakonferenz in Bali schreiben. Offensichtlich sind während dieser Konferenz mehr Fragen entstanden, als letztendlich geklärt wurden.
Auf einer Seite der Tagesschau sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst… mehr
Ganz besonders wichtig erscheint mir persönlich der letzte Abschnitt, wobei es um die Abholzung der tropischen Wälder geht. Genau in diesem Punkt besteht größter Handlungsbedarf, denn diese Wälder sind die Lunge unserer Erde. Je kleiner diese werden, desto schwerer kann die Erde atmen. Sie hat jetzt schon mit chronischem Astma zu kämpfen.
Auch die Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern und den Industrienationen ist von großer Bedeutung! Denn wir haben uns unseren Reichtum auf deren Armut und Ausbeutung aufgebaut! Nun ist es völlig klar und auch verständlich, dass diese jetzt an uns Forderungen stellen. Denn ich glaube, das erste Mal in der Geschichte, haben die Entwicklungsländer im Rahmen der Klimadebatte die Chance global mit zu mischen.
Dass die USA durchsetzen konnte, dass keine konkreten Zahlen zu den CO2 Emissionen festgelegt wurden, macht die die ganze Konferenz unglaubwürdig. Demnach reicht ja der Wille zur CO2-Reduktion. Heißt im Klartext für die USA: Wir machen weiter, wie immer.
Also dann, freue ich mich auf eine rege Diskussion unter den Kommentaren!
Die Arktis schmilzt: Fluch oder Segen?
Am Flughafen bei der Rückreise fiel mir in Berlin die “Berliner Morgenpost” in die Hände. Darin war unter Anderem auch eine interessante Reportage über das Schmelzen der nördlichen Polkappe zu finden. Unser Klima wird es wohl wahrscheinlich negativ beeinflussen, aber auch unsere Wirtschaft? Ich zitiere:
“Berlin- Schon in wenigen Jahrzenten könnte klimabedingt das arktische Meer im Sommer in weiten Teilen ohne Eis sein. Dem internationalen Handel öffnen sich dadurch leichter zu befahrende Seewege in Form der Nordost- und Nordwestpassage. Aber die acht Anrainerstaaten Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Island, Kanada, Russland und die USA können dann auch leichter auf die Reichtümer der Erde zugreifen. [...]
Allein in Russlands arktischer Region lagern über 90 Prozent der nationalen Vorräte an Rohstoffen wie Erdöl, Kupfer, Nickel, Gold und Diamanten. [...]
Seit den 1960er-Jahren werden in Sibirien und bei Jakutsk Erdöl und Erdgas gefördert. Norwegen verfügt über eine Eisenerzmine in Kirkenes. In dem zu Dänemark gehörenden Grönland werden Blei, Zink und Molybdän gewonnen. Der kanadische Bergbau in der Arktis liefert vor allem Uran, Kupfer, Nickel, Blei, Zink, Asbest, Eisen, Erdöl und -gas. Diese Rohstoffvorkommen setzen sich am Meeresboden fort. So schätzen Wissenschaftler des geologischen Dienstes der USA, dass rund ein Viertel der bekannten Weltvorräte an Erdöl und Erdgas in den Tiefen des arktischen Ozeans und seiner Randgebiete schlummern. So arbeiten die Energiekonzerne der arktischen Anrainerstaaten mit Hochdruck daran, die nötigen Voraussetzungen für eine Förderung dieser derzeit noch unter dem Eis des Polarmeeres liegenden Rohstoffe zu schaffen. [...]
Während Norwegen in diesem Sommer auf der Insel Melkoya die erste große Anlage dieser Art in Betrieb nimmt, plant der staatliche russische Energiekonzern Gazprom eine ganze Serie am Rand des arktischen Meeres. [...]
Um diese hochfliegenden Pläne verwirklichen zu können, ist neben wirtschaftlich-technologischer Kompetenz auch politisch-militärische Präsenz notwendig. Ein Arktis-Anrainerstaat muss in der Lage sein, seine Gebietsansprüche durch ständige Kontrollen zu betonen und die Gebietshoheit notfalls militärisch zu verteidigen. So schwelt zwischen den USA und Kanada seit Jahren schon der Konflikt über den völkerrechtlichen Status der Nordwestpassage. Im Gegensatz zu Kanada sehen sie den rund 5780 Kilometer langen Seeweg als internationales Gewässer an. Russland erhebt vorsorglich bereits Gebietsansprüche auf zwei Drittel der Arktis und streitet in der Barentssee mit Norwegen. Dänemark unterstreicht seinen Anspruch auf den Nordpol, sieht es ihn doch als natürliche geologische Fortsetzung Grönlands. Ebenso streiten sich Kanada und Russland um den nördlichsten Punkt der Erde.” (Berliner Morgenpost, Mittwoch, 15. August 2007, S. 3)