Übersicht der Einträge in ‘Verkehr’
Mobilität ohne Grenzen – Teil I

Es musste ja mal kommen: Das Thema Verkehr. In Deutschland lag der Endenergieverbrauch des Verkehrssektors 2005 bei 28,7% (Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2006). Also reichlich ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland. Außerdem wurden 2004 allein im Verkehrssektor 172,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emitiert (Quelle: Umweltbundesamt 2006). Diese CO2-Äquivalente beinhalten mehrere Treibhausgase (NOx, CH4, Feinstaub…) und sind umgerechnet auf die Emission von CO2. Gleiches wird häufig mit Öläquivalenten gemacht. Der Verkehrssektor und der Haushaltssektor haben in den letzten Jahren die Industrie als Hauptenergieverbraucher abgelöst und spielen eine erhebliche Rolle beim Thema Luftverschmutzung!
Was also kann jeder in diesem Bereich tun, die Umwelt zu schützen, Geld zu sparen und zugleich keinen Wohlstand einbüsen zu müssen. Ein solches Konzept wird als sanfte Mobilität bezeichnet. Ziel ist es dabei nachhaltige, umweltschonende, sozial verträgliche und unfallarme Fortbewegungsarten zu fördern.
Zunächst muss man überlegen, welches Verkehrsmittel nutze ich und für welchen Zweck ist welches Verkehrsmittel geeignet. Zunächst unterscheidet man Verkehrsmittel grob in 2 Bereiche: öffentlicher Verkehr (ÖV) und Individualverkehr (IV). Beim IV wird noch unterschieden in motorisierten Individualverkehr (MIV) und nichtmotorisierter Individualverkehr (NMIV). MIV beinhaltet das Auto, MoFa, Moped, Motorrad. Zum NMIV gehören Fußgänger und Radfahrer. Der Flächenbedarf für letztgenannten Verkehr ist deutlich geringer als für PKW oder öffentlichen Verkehr. NMIV gilt daher als das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, weil dabei “keinerlei” Schadstoffe emitiert werden. Natürlich nicht gänzlich, denn zur Herstellung eines Fahrrades wird Energie benötigt! Unter ÖV versteht man alle Verkehrsdienstleistungen, die für jeden Nutzer einer Volkwirtschaft zugänglich sind (Güterverkehr, Postdienstleistungen, Telekommunikation und Personenbeförderung).
Um nun eine umweltfreundliche Mobilität zu leben, sollten folgende Fragen beantwortet werden:
Wie lang ist die gewünschte Strecke von A nach B?
Welche Verkehrsmittel stehen mir für die gewünschte Strecke von A nach B zur Verfügung?
Wie oft werde ich diese Strecke voraussichtlich zukünftig fahren?
Wieviel Gepäck werde ich auf dieser Strecke bei mir haben?
Wieviel kostet jedes einzelne Verkehrsmittel objektiv! für diese Strecke? (Es ist an dieser Stelle wichtig, alle relevanten Kosten mit einzubeziehen um eine Kostenwahrheit herzustellen!)
Wie wichtig ist mir Fahrkomfort?
Das klingt jetzt womöglich sehr aufwendig, ist es aber nicht. Denn wenn man einmal im Bild über die Möglichkeiten der verschiedenen Verkehrsmittel ist, wird es im Handumdrehen entschieden sein, für welches Verkehrsmittel man sich entscheidet. Im Folgenden werde ich jetzt für jedes Verkehrsmittel ein paar kleine Planungshilfestellungen geben:
MIV:
Hier ist das Thema Kostenwahrheit ganz wichtig, denn häufig werden Anschaffungskosten, Wertminderungen am Fahrzeug, Instandhaltungskosten, Versicherung und Steuern außer Acht gelassen. Außerdem gibt es inzwischen eine Vielzahl von Antriebskonzepten, deren Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern fraglich ist. Derzeit in Mode ist zum Beispiel sein Fahrzeug mit Flüssiggas oder Autogas, kurz: LPG, zu betreiben. LPG heißt ausgesprochen: Liquified Petroleum Gas. Es ist ein Produkt einer Ölraffinerie. Die Vorteile sind: Es kann bei deutlich geringerem Druck und niedrigeren Temperaturen gegenüber Erdgas gelagert werden, und verursacht weniger Schadstoffe bei der Verbrennung. Auch wenn das Kilo LPG deutlich günstiger als Benzin oder Diesel ist, so macht man sich keineswegs vom Ölpreis unabhängig! CNG, Compressed Natural Gas oder Erdgas, bedarf eines deutlich höheren Drucks bei Lagerung. Somit ist die Anwendung bei Fahrzeugen deutlich schwieriger. Erdgas verbrennt allerdings deutlich Schadstoffärmer im vergleich zu Benzin oder Diesel.
Über alternative Antriebskonzepte werde ich wahrscheinlich nochmal einen extra Artikel schreiben, denn wie ich eben freststelle, sprengt dies hier jetzt den Rahmen.
Kurz noch 2 Sätze zur Kostenwahrheit. Bei Anschaffung eines eigenen Fahrzeuges muss immer von einer Dauernutzung ausgegangen werden, das heißt: Man kauft sich kein Auto um einmal fix damit einkaufen zu fahren und es danach wieder zu verkaufen. Daher müssen für Fahrtkosten ALLE anfallenden Kosten pro Kilometer umgelegt werden. Dazu werden alle Fahrzeuggemeinkosten summiert und durch die Jahreskilometer dividiert.
Eine Alternative zum eigenen Fahrzeug bietet Carsharing. Mir persönlich sind bisher nur 4 Unternehmen bekannt: DB Carsharing, Teil-Auto, DVB-Carsharing, Greenwheels. Wer von euch weitere Anbieter kennt, bitte bei Kommentaren anfügen! Es ähnelt sehr dem Prinzip eines Mietwagens. Es funktioniert kurz umrissen wie folgt: Man bezahlt eine Jahresgrundgebühr und eine Anmeldegebühr um in das System aufgenommen zu werden. Damit ist es möglich sehr kurzfristig und für unterschiedliche Dauer ein Fahrzeug in gewünschter Größe zu mieten. In der Miete ist der Sprit enthalten. Die Fahrzeuge stehen nicht nur an Mietstationen sondern auch Kundennah in Wohngebieten zur Verfügung. Somit teilen sich verschiedene Leute ein Fahrzeug. Es entfällt das lästige Schlüssel holen, denn man kann das Fahrzeug mit der Kundenkarte entriegeln und der Schlüssle liegt drin. Christoph und Jule haben das nun schon getestet. Könnt ihr einen kurzen Erfahrungsbericht abgeben?
Soviel zum Thema MIV. Morgen werde ich dann zur ÖPNV- und Fahrradnutzung Tipps abgeben.
Werbung der UNEP
heute erst habe ich bei Eurosport eine sehr schöne Werbung der UNEP gesehen. Ihr Anliegen ist es Menschen zu animieren den öffentlichen Personennahverkehr(ÖPNV) statt des Autos zu nutzen. In diesem Fall wird gesagt, die Lehrerin habe gesagt… Das ist eine tolle Vorstellungen, wenn Lehrer ökologische und soziale Werte vermitteln. Sie müssen es dann nur noch vorleben. An einer, in meinem engen sozialen Umfeld, bekannten Grundschule fahren nahezu alle Lehrer mit dem Auto in die Schule. Na dann, erklärs mal den Kindern.
ÖPNV als umweltfreundliche Mobilität
Heute bei meiner Heimfahrt ist mir ein sehr spezielles Thema für diese Seite eingefallen. Grund dafür war ein Bus. Um diesen Aspekt in den richtigen Kontext zu bringen, kurz einige Wort verbemerkt.
Der öffentliche Personennahverkehr soll dazu dienen das Strassennetz zu entlasten und Menschen bequem und umweltfreundlich ans Ziel zu bringen. In politischen Kreisen wird häufig von dem Begriff der Mobilität gesprochen.
In den meisten Städten oder Regionen funktioniert das ganz gut. Nur das durch die zunehmende Sub-Urbanisierung (Entstädterung) die Abdeckung immer schwieriger und kostspieliger wird. In diesem Zusammenhang werden die staatlichen Subventionen für den ÖPNV immer weiter gekürzt. In vielen Städten ist es daher so, dass der örtliche Energieversorger (z.B. DREWAG, HSE) mit seinen Gewinnen die Verluste des ÖPNV ausgleicht (z.B. DVB). Oder der ÖPNV wird gleich von den Stadtwerken betrieben (z.B. Weimar).
So nun zu meinem Erlebnis. In Vorstädten, die total zersiedelt sind (z.B. Pfungstadt), müssen Linien betrieben werden, die zwangsläufig durch die geringe Auslastung Verluste schreiben. In Pfungstadt ist die Linie PS ein solches Beispiel. Die HEAG (ÖPNV in DA) zieht auf dieser Linie alle Register zum Thema Uralt-Busse und Umweltverschmutzung. Bisher fuhr immer ein kleiner Plaxton SLF. Zwischenzeitlich wurde ein mittelalterlicher Neoplan eingesetzt. Heute haben sie einen Kässbohrer ( S 215 UL) Überlandbus aus Vorkriegszeiten durch die engen Gassen gejagt. Und das auf so einer schwachen Linie.
Und da versuch ich den Leuten klar zu machen, ÖPNV sei umweltschonend!!!!