Übersicht der Einträge in ‘Umweltpolitik’
Der europäische Emissionshandel

Wer hat davon noch nichts gehört? Er wird viel diskutiert. Die Einen halten ihn für unausweichlich und die Anderen schätzen ihn für wirkungslos ein. Die Rede ist vom europäischen Emissionshandel. In der Presse liest man häufig von der neuen Währung. Zu lesen sind dann häufig solche Parolen, wie: „Damit werden ja keine Emissionen eingespart, da sie ja nur hin und her geschoben werden.“ oder „Das ist mal wieder ein Deal mit Großkonzernen, da diese ihre Emissionszertifikate geschenkt bekommen haben.“ An all diesen Parolen und pauschalen Aussagen ist natürlich etwas Wahres dran. Nur das diese immer nur kleine Einzelheiten beleuchten, ohne den großen Sinn und Zweck dieses Emissionshandels richtig darzustellen.
Ich möchte in diesem Artikel mit Hilfe eines alltäglichen Vergleichs versuchen, die Funktions- und Wirkungsweise des Emissionshandels erläutern, um damit mehr Verständnis zu schaffen.
Stellen wir einmal vor, die klimaschädlichen Emissionen Deutschlands wären privatgefahrene Kilometer eines jeden Bürgers mit dem Auto. Ich nehme bewusst nur die privatgefahrenen Kilometer um das Ganze nicht unnötig zu verkomplizieren und Beschwerden aus dem Weg zu gehen. So und nun kommt die Bundesregierung und sagt: „Alle Bürger dieses Landes dürfen insgesamt 400 Mrd. km mit dem Auto fahren.“ (Ich habe mal 40 Mill. fahrende Bürger angenommen, die jährlich ca. 10.000 km fahren.) Damit begrenzt sie die maximale Anzahl an gefahrenen Kilometern im Land.
Und schont entsteht ein Markt für gefahrene Kilometer mit Nachfragern, in dem Fall den Autofahrern/ Bürgern, und dem Angebot, nämlich den 400 Mrd. km. Die Bundesregierung teilt nun jedem Bürger 5.000 km/a zu. Diese 5.000 km muss jeder Bürger als „Kilometerrechte“ kaufen. Nun gibt es Bürger, die gar kein Auto fahren, und es gibt welche, die mehr als 5000 km/a fahren. Und schon beginnt ein Handel. Die Bürger, die kein Auto fahren, verkaufen ihre „Freikilometer“ an Bürger, denen ihre 5.000 km/ a nicht ausreichen. Der Preis ergibt sich aus den nichtgenutzten Kilometern und der Anzahl der Bürger, die Kilometer nachkaufen müssen. Gibt es weniger ungenutzte Kilometer als bedürftige Bürger (Nachfrager) dann steigt der Preis. Für diesem Fall ist es für viele Bürger sinnvoll, weniger Kilometer zu fahren, weil jeder weitere Kilometer teuer wäre. Wenn allerdings mehr ungenutzte Kilometer zur Verfügung stehen als benötigt werden, dann sinkt der Preis. Das heißt, die 400 Mrd. km werden nicht vollständig verfahren.
Nun übertragen wir dieses Beispiel auf den europäischen Emissionshandel. Die Bundesregierung begrenzt die maximale Menge an CO2-Emissionen in Deutschland, durch Vorgabe dieser Höchstmenge. Ebenso verteilt die Bundesregierung die zur Verfügung stehenden Emissionen an die am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen. Ein Unternehmen, welches seine zugeteilte Menge an CO2-Emissionen unterschreitet, verkauft seine überschüssigen Emissionsrechte an Unternehmen, die ihre Emissionsgrenzwerte überschreiten. Und so weiter analog zum Beispiel.
Die Menge der CO2-Emissionen bleibt unabhängig von der Anzahl der Emittenten konstant und wird durch die Vorgabe der Gesamtemissionsmenge (Marktvolumen) vorgegeben. Diese Gesamtmenge wird jährlich um einen gewissen Prozentsatz gesenkt, um die Emissionen immer weiter zu reduzieren und die nationalen Reduktionsziele zu erreichen.
Und nun stellen wir uns einmal vor, die Bundesregierung würde tatsächlich ein solches System des „Kilometerhandels“ einführen. Dann müsste sich jeder Bürger 5.000 km/a kaufen. Das würde für jeden Bürger eine tiefes Loch in das Portomomaie reißen. Und genauso wäre dies, bei den Teilnehmern des europäischen Emissionshandels gewesen. Und deshalb hat man gesagt, dass den teilnehmenden Unternehmen ihre Emissionsrechte für die Pilotphase komplett und für die zweite Handelsperiode nur ein Teil kostenlos zugeteilt (geschenkt) wird.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der europäische Emissionshandel ein wirkungsvolles Instrument ist, um CO2-Emissionen zu begrenzen. Dabei werden Marktmechanismen genutzt, um dem Ausstoss von klimaschädlichen Treibhausgasen einen Preis zu geben. Das System des europäischen Emissionshandels hat noch Lücken und Nachteile, genannt sei hier das Problem des sog. „Carbon Leakage“, wobei es sich um die Abwanderung von Unternehmen in Länder, die nicht am Emissionshandel teilnehmen, handelt, um den zusätzlichen Kosten für Emissionszertifikate zu entgehen.
Der grüne Punkt – sinnvoll oder sinnlos?
Heute möchte ich über das Prinzip des „Grünen Punktes“ schreiben. In diesem Semester besuche ich eine Vorlesung zum Thema “Kunststoffrecycling“. Zunächst möchte ich das „Duale-System-Deuschtland“ (DSD) beschreiben. Es geht dabei um die Trennung von Müll. Jeder kennt den riesen Betrag auf der Betriebskostenabrechnung und ärgert sich dann über deren Höhe. Ich möchte heute beschreiben, warum es sinnvoll sein kann, die Hausgemeinschaft zur Mülltrennung zu animieren. Bei einem Dualen System ist es nicht weit her geholt zu behaupten, dass es zwei Systeme gibt. Das eine System ist das System des Restmülls, also jeder Haushaltsrestmüll. Das andere System ist das des grünen Punktes oder als gelbe Tonne bekannt.
Worin liegt nun aber der entscheidende Unterschied? Einfach darin, dass die graue Tonne/Restmüll vom Mieter getragen wird und die gelbe Tonne von den Verpackungsherstellern. Das wenn ich zu faul zur Mülltrennung bin, zahl ich kräftig aus der eigenen Tasche:
Das DSD (gelbe Tonne) wird von den Verpackungsherstellern finanziert. Im Gegenzug erhalten sie das Label des grünen Punktes. Das heißt, sie müssen sich nicht um das gesetzlich vorgeschriebene Recycling kümmern. Das übernimmt die DSD AG für den Hersteller. Die DSD finanziert von den Lizenzeinnahmen das Holsystem (also die Abholung der gelben Tonne) und das Recycling. Die Abholung der gelben Tonne ist also nicht in der Betriebskostenabrechnung enthalten! Die Abholung der grauen Tonne wird hingegen anhand des Müllvolumens dem Mieter in Rechnung gestellt. Die Städte haben daher wenig Interesse seinen Bürgern das System zu erklären.
Nur aber wieder weg von der Polemik.
Wie schon angedeutet ist eine bestimmte Recyclingquote gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist abhängig von der zu verwertenden Fraktion (Glas, Kunststoff oder Pappe). Für Glas beträgt die Recyclingquote 75% und liegt tatsächlich bei 106%. Für Pappe gilt 60% gesetzlich und 132% tatsächlich und für Kunststoffe 60% gesetzlich und 134% tatsächlich.(Quelle: www.gruener-punkt.de)
Warum ist die tatsächliche Recyclingquote aber über 100%? Das liegt einfach daran, dass die Haushalte nicht nur lizensierten Müll (also mit „grünem Punkt“) sondern auch andere Verpackungen in die gelbe Tonne werfen. Diese Tatsache ist natürlich für das Unternehmen DSD AG nicht wünschenswert. Denn nur 100% werden lizensiert.
Was ist aber mit den Verpackungen, die keinen grünen Punkt haben? Der Verpackungshersteller ist dann verpflichtet die Verpackungen zurück zu nehmen und auf eigene Kosten zu recyceln. (z.B. dm)
Ist es denn illegal den Müll zu verbrennen? Die restlichen 40% des Mülls dürfen energetisch verwertet werden. Daher ist es nicht illegal. Aus energetischen Gesichtspunkten ist es, im Gegensatz zur Neuware, nicht sinnvoll Kunststoffe zu recyceln. Der Energieaufwand zur Herstellung von Neuware liegt für Polyethylen (PE) bei 92 GJ/t. (incl. 51 GJ/t des eigenen Energieinhalts). Der Energieaufwand PE zu recyceln (inclusive Müllsammlung, Sortierung usw. jedoch ohne Entfärbung) beträgt 108 GJ/t. Die Schweiz hat das System des grünen Punktes nicht übernommen: Dort wird jeder Müll energetisch verwertet. Als das DSD in Deutschland Mitte der Neunziger Jahre eingeführt wurde, war es in staatlicher Hand. Heute ist es ein komplett privatwirtschaftliches Unternehmen und erzielt Gewinne.
Schlussendlich kann man mit der Trennung von Müll als Mieter oder Hausbesitzer sehr viel Geld sparen! Wenn man auch seinen Hausbewohnern das System kurz erklärt, kann sich das in der nächsten Nebenkostenabrechnung bemerkbar machen!
Der ökologische Nutzen bleibt zu hinterfragen, denn ein recycelter Kunststoff muss nicht die gleichen Eigenschaften einer Neuware haben. Bei Glas und Pappe ist der ökologische Vorteil beträchtlich!
Armut auf der Welt
In den kommenden Wochen werde ich öfter das Thema Wachstum und dessen Grenzen in den Mittelpunkt der Artikel stellen. Grund dafür ist meine derzeitige Literatur: Meadows, Dennis: Die Grenzen des Wachstums – das 30-Jahre-Update. Im Groben geht es darum, das eine Gruppe von Wissenschaftlern sich mit Systemdynamik befasst hat. Ganz speziell mit den Verwicklungen und Verzweigungen des Weltsytems. Ihr erstes Buch: “Die Grenzen des Wachstums” erschien 1972 und löste eine große Debatte in Politik und Presse aus. 1992 erschien dann eine Neuauflage, “Die neuen Grenzen des Wachstums” mit aktualisierten Daten und den Geschehnissen bis dahin.
Nun aber möchte ich zunächst auf einen Teilbereich besonders aufmerksam machen, weil er meines Erachtens bisher wenig Bedeutung für unser tägliches Handeln hat. In der Politik und der Wirtschaft wird seit langem gerätselt und geforscht, wie die Armut auf der Welt verringert oder beseitigt werden kann. Häufig hört man die These: Wachstum ist notwendig, damit Armut verschwindet. Oder: Bei der gegenwärtigen Struktur des Wirtschaftssystem führt Wachstum nicht zu einem Ende der Armut. ”Im Jahr 1998 mussten mehr als 45% der Weltbevölkerung mit Durchschnittseinkommen von 2 Dollar am Tag oder weniger auskommen.” (Quelle: Meadows, Grenzen des Wachstums – 30-Jahre-Update, S. 41). Die starke Industrialisierung führte mehr zu einer ungleichen Verteilung des Mittel. Der Armut wurde damit nicht entgegengewirkt. Im Gegenteil. Das hat mehre Gründe: Einen konzentriert sich das derzeitige Wirtschaftswachstum auf die bereits wohlhabenden Länder. An dem Beispiel, dass Kapital durch Verzinsung exponentiell ansteigt, kann man sehen, dass Wachstum eine immer größere Kluft zwischen den Reichen und den Armen bringt. Einer der viel hat, bekommt durch hohe Zinsen noch viel mehr. Jemand der wenig hat und sich gar Kapital leihen muss um zu überleben, verliert umso mehr bzw. hat immer weniger. Würde man das globale Bruttosozialprodukt in 5 Teile, nach reich und arm, teilen, so würden die reichsten 20% einen Anteil von ca. 82% einnehmen. Der Anteil der Ärmsten 20% würde die 1%-Marke wohl kaum übersteigen.Die Ursache das Wirtschaftswachstum die Kluft zwischen arm und reich immer weiter verstärkt liegt zum Einen an dem gesellschaftlichen Phänomen, dass systematisch die Privilegierten mit Macht und Ressourcen, mit denen diese noch mehr Privilegien gewinnen, belohnt werden. “Beispiele hierfür reichen von offener oder versteckter ethischer Diskriminierung bis zu Steuerschlupflöchern für Reiche; von minderwertiger Ernährung die Kinder der Armen bis zu elitärer Schulbildung für Kinder der Reichen,[...]” (Quelle: Meadows, S. 44). Dieser Kluft kann beispielsweise mit Anti-Diskriminisierungsgesetzen, mit zunehmendem Einkommen steigende Steuersätze, Bildung und medizinische Versorgung für alle… entgegengewirkt werden.
Wir, in den wohlhabenden Industrieländern müssen uns für unseren Konsum und unseren Überfluss nicht persönlich für unser ausbeuterisches Handeln rechtfertigen. Unser Gewissen wird nicht täglich dadurch getrübt einem anderem Menschen gerade Leid zuzufügen. Nein, wir müssen es nicht sehen. Und ein Großteil derer, die in Überfluss leben, werden nie den Menschen begegnen denen sie geschadet haben.
Meiner Meinung nach gibt es 2 Wege die Abhilfe schaffen können.
Der eine Weg wäre eine Reformierung des Finanzsystems. Sie sollte eine Abschaffung des Zinssystems für Geld beinhalten. Das würde verhindern, das Reiche immer reicher werden und arme immer ärmer. Zusätzlich sollte man das Klassensystem vermeiden, also keine erste und zweite Klasse in den Zügen beispielweise.
Der Zweite Weg führt über eine gerechte Entlohnung der Arbeit anderer. Eine Entlohnung, die Armen Menschen bzw. armen Ländern die Chance auf Bildung ermöglicht. Das Stichwort “fairer Handel” ist hier passend. Viele Produkte des täglichen Bedarfs (Kaffee, Tee, Kakao, Holz, Kleidung…) sind heute schon im Handel erhältlich. Darauf werde ich in den kommenden Artikeln weiter detailliert eingehen.
Die Kraft des Windes – Power of Wind
In der letzten Marketing-Vorlesung wurde uns ein Werbespot vorgestellt, der wohl mehrere Preise gewonnen hat. Dieser hat mich sehr überzeugt, denn er zeigt auf eine sehr erheiternde Weise die Vorurteile gegen Windenergieerzeugung. Ohne aufdringlich zu wirken, zeigt dieser Spot, dass Wind eine Energieform ist, die einfach vorhanden ist und kostenlos genutzt werden. Auch wenn Wind oft störend wirken kann, als Radfahrer spreche ich aus Erfahrung!
Der Spot: “Power of Wind“
Bei Eupuron ist dieser Spot auch auf English zu sehen, denn es ist schließlich eine Werbung dieser Firma!
Nehmt euch 4min Zeit…
Nochmal möchte ich auf einen kleinen Film der UNEP verweisen, der, wie ich denke, sehr eindrucksvoll zeigt, wie es um unseren Planeten steht und was wir tun können, um die Kurve zu kriegen. Nehmt euch die 4 Minuten Zeit, klickt auf Vollbild und lehnt euch zurück.