Übersicht der Einträge in ‘Umweltpolitik’

Werbung der UNEP

heute erst habe ich bei Eurosport eine sehr schöne Werbung der UNEP gesehen. Ihr Anliegen ist es Menschen zu animieren den öffentlichen Personennahverkehr(ÖPNV) statt des Autos zu nutzen. In diesem Fall wird gesagt, die Lehrerin habe gesagt… Das ist eine tolle Vorstellungen, wenn Lehrer ökologische und soziale Werte vermitteln. Sie müssen es dann nur noch vorleben. An einer, in meinem engen sozialen Umfeld, bekannten Grundschule fahren nahezu alle Lehrer mit dem Auto in die Schule. Na dann, erklärs mal den Kindern. :)

Werbeviedeo der UNEP

Bike for Peace and New Energies

Was steht hinter der Aktion “Bike for Peace and New Energies”?

Es ist eine Art Friedensfahrt von Paris über Moskau nach Peking. Es ist keine gewöhliche Reise, sondern soll eine Aufbruchstimmung verbreiten. Themen wie “Erneuerbare Energien statt Kriege um Öl”, “Abrüstung und sozialer Ausgleich”, “Friedenspolitik statt Militärgewalt” und “Abschaffung aller Atomwaffen bis 2020″ sind die Hintergründe dieser Bewegung. Bike for Peace ist kein Reiseveranstalter, sondern sind Umweltaktivisten, die sich zusammengetan haben um eine Friedensfahrt zu organsieren.

Die Strecke führt an, für uns, sehr bekannten Orten, wie Darmstadt, Weimar, Leipzig und Dresden, vorbei. Es gilt nicht das sture Bewältigen der Strecke als Ziel, sondern auch das Besichtigen örtlicher Sehenswürdigkeiten.

Wo und was genau hinter dieser Veranstaltung steckt könnt ihr dem angehängten Flyer entnehmen. Ich bin von dieser Aktion sehr begeistert und würde gern eine Stück mitfahren.

Info-Flyer zu BfP

Als Sponsor treten sehr viele Solarfirmen an, was mich persönlich sehr erfreut. :)

Öl-Pipeline durch den Regenwald

2003 wurde im Regenwald (genauer im Amazonasgebiet) eine Pipeline in Betrieb genommen. Dafür wurde ein Konsortium aus 7 Ölfirmen, darunter AGIP, gegründet. Hauptfinanzier des Unternehmens war die WestLB.

Ich möchte an dieser Stelle aus dem Buch “Schwarzbuch Öl” zitieren, weil es die Umweltauswirkungen dieser Pipeline am stärksten ausdrückt:

“Der Bau [der Pipeline, Anm. von mir] machte die Errichtung Dutzender neuer Zufahrtsstraßen notwendig, entlang der Pipilinetrasse mussten tausende Bäume weichen. Geologen sind beunruhigt: Die OCP [der Name der Pipeline, Anm. von mir] kreuzt seismische Bruchlinien und führt an sechs aktiven Vulkanen vorbei. Auf den 165 Kilometern, die durch die Anden führen, bebt die Erde immer wieder. Im November 2002 brach der Vulkan Reventador aus – die Pipeline (damals noch nicht in Betrieb) wurde auf über neunhundert Metern völlig zerstört, die Schäden für die Umwelt wären beträchtlich gewesen, hätte sie bereits Schweröl geführt.

Was Umweltschützer von Anfang an kritisiert haben, war, dass die Pipeline aus Kostengründen nördlich von Quito vorbeigelenkt wurde: Hier führt sie durch das Reservat Mindo-Nambillo, ein nahezu unberührtes Regenwaldparadies. Im Mindo-Reservat muss die Leitung große Höhenunterschiede überwinden und nimmt ihren Weg über den Kamm des Berges Guarumos. In diesem Teil der Strecke besteht die Gefahr, dass ein Erdrutsch Teile der Pipeline in die Tiefe reißen könnte. “Wir haben in Mindo heftige Niederschläge. Weitere Erdrutsche werden die Pipeline so stark unterhöhlen, dass sie bricht”, fürchtet Cesar Fiallo, Sprecher der lokalen Umweltgruppe Acción por la Vida. Das Öl würde dann die Steilhänge hinunterfließen und riesige Gebiete des Regenwaldes verseuchen.”

Ich zitierte aus: Seifert, Th., Werner K.: Schwarzbuch Öl. Wien: Deutige Verlag 2005. S. 203.

Noch einige Infos in eigener Sache. Viele Einwohner haben sich gegen dieses Projekt gewährt. Leider ohne Erfolg, weil die Regierung Söldnerfirmen engagierte, die im Sinne der Ölfirmen Menschen, die sich wehrten, töteten oder folterten. Viele Ölfirmen engagieren Söldnerfirmen, um ihre Ölquellen zu “sichern”. Dabei wird meist, nein immer, sehr brutal und rücksichtslos umgegangen. Söldnerfirmen verfügen über sehr viel Geld, denn Ölfirmen ist dieser “Schutz” sehr viel wert. Häufig gibt es auch eine Art Deal mit den Regierungen, wie in Equador, dass die Regierung Konzessionen an Ölfirmen vergibt und eine Söldnerfirma gegründet wurde. Aus den Ländern der Ölkonzerne werden dann Waffen und Munition geliefert, um die Söldnerfirmen auszustatten. Am Beispiel OCP kämpft auch die Gruppe “eine-Welt-Netz-NRW” gegen Korruption, sozialer Ausbeutung und Umweltverschmutzung im Regenwald.

Klimawandel hin oder her. Meines Erachtens führt unser Überkonsum an Gütern nicht nur zum Klimawandel, sondern viel mehr zu sozialer Unterdrückung, Ungerechtigkeit, massiver Umweltverschmutzung und dem damit verbundenen Entzug der Lebensgrundlage vieler Menschen auf der Erde.

Filmvergleich: “Unsere Erde” und “Patient Klima”

In den letzten beiden Tagen habe ich mir zwei Filme zum Thema Klimawandel angeschaut. Der Film “Unsere Erde” läuft derzeit in deutschen Kinos. Der andere Film “Patient Klima” lief gestern auf arte in der Sendung “das Thema”. Danach waren auch 3 Wissenschaftler zu Gast mit denen nochmal politische und energetische Probleme erörtert wurden. Beide Filme hatten in dem Sinne das gleiche Thema und Ziel. Nur das der Film “Unsere Erde” das Ziel komplett verfehlt hat.

Der Film “Unsere Erde” hat mich persönlich reichlich enttäuscht. Es war nichts anderes als eine Tiersendung, wie sie ab und zu auf ZDF kommt. Die anderen Kinobesucher haben häufig Seufz- oder Schluchtslaute von sich gegeben. Zum Schluss wurde dann ansatzweise, mal gesagt, dass man mal was unternehmen solle. Was, wurde natürlich nicht erwähnt. Ich möchte auch nicht wissen, wieviel CO2 emitiert wurde um die Filmausrüstung an die entlegenen Orte der Welt zu bringen. Einige Szenen waren schon sehr beeindruckend, aber der größte Teil waren langgezogene Tierszenen. Ich empfehle daher, nicht das Kinogeld zu investieren. Ein ähnlicher Film lief auch in den Kinos, “der weiße Planet”, und hatte deutlich bessere Bilder und auch mehr Kompetenz…

Der gestrige Dokumentationsfilm “Patient Klima” auf arte beschäftigte sich mit den Auswirkungen das Klimawandels auf ökologischer, bevölkerungstechnischer und politischer Ebene. Es wurden einige renomierte Wissenschaftler befragt (hauptsächlich aus Potsdam, aus Martins Universität). Dieser Film hat derzeitige Erscheinungen des Klimawandels gezeigt und analysiert. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese eine Stunde Zeit zu nehmen und diesen Film sich anzusehen. Sehen kann man diesen bei arte +7.

Zusammenfassend kann man sagen: “Patient Klima” ist absolut sehenswert, wohingegen “Unsere Erde” nur was für Tierfilmfreunde ist.

Öl-Diktaturen und die Folgen

Heute hatte ich in der Mittagspause ein wenig Zeit in meinem überaus spannenden Buch “Schwarzbuch Öl” zu lesen. Der Teil, den ich heute gelesen habe, befasste sich mit den Diktaturen im Nahen Osten und in Afrika. Ich möchte aus einem Kapitel einige Sätze zitieren, um mal die Folgen des Ölkonsums auf zu zeigen:

“[...] Ölreiche Regimes können auf die Erhebung von Steuern weitgehend verzichten – weil sie ohnehin genug Staatseinnahmen aus den Ölerlösen lukieren – und damit auch auf Mitbestimmung. Wer Geld vom Volk will, muss es mitreden lassen: Während in Österreich Steuern und Abgaben 45,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen [...], sind es in Kuweit nur 3,4 Prozent des BIP [...].[...]

Drei Faktoren ergeben in ihrem Zusammenhang das, was man als den “Fluch der Ressourcen” bezeichnet. Der erste Faktor ist der “Renten-Staat-Effekt”. Renten-Staat deshalb, weil dem Staat das Geld in den Schoß fällt und nicht erarbeitet werden muss.[...]

Der zweite Faktor [...] ist der “Repressions-Effekt”: Petro-Regimes misstrauen dem Volk, das sie nicht gewählt hat, und bauen einen ausgeklügelten und wohl dotierten Repressions-Apparat auf, der jegliche demokratischen Aspirationen möglichst schon im Keim erstickt.[...]

Der “Modernisierungsverweigerungs-Effekt” wiederum verhindert, dass die Arbeitskräfte des Öl-Staates Jobs in lukrativen Branchen wie in der Konsumgüter-Industrie oder im Dienstleistungsbereich finden.[...] Öl- und Erzvorkommen stehen mit anti-demokratischen Trends in den jeweiligen Regionen in Zusammenhang und zwar nicht nur im Nahen Osten,[...].”

In dem Artikel zuvor wurden die Missstände des Öllandes Äquatorialguinea aufgezeigt, wo sich der Diktator “Teodor Obiang Nguema Mbasago” an den Öleinkünften bereichert und kaum etwas davon in den Aufbau des Landes steckt. Das Volk lebt weiter in Blechhütten.”Dabei könnten alle Menschen dort in Wohlstand leben: Mit 65% Wirtschaftswachstum ist Äquatorialguinea die am schnellsten wachsende Wirtschaft Afrikas”. Ölfirmen wie ExxonMobil kaufen kräftig in Äquatorialguinea ein.

So schließt sich der Kreis. Wir Europäer haben ein Wahlrecht, was uns an politischen Entscheidungen teilhaben lässt und kaufen kräftig Öl in Lybien ein, um damit PET-Flaschen, überaus praktische syntetische Stoffe, den Asphalt unserer Straßen und vieles mehr herstellen zu können. Ich möchte natürlich nicht vernachlässigen, dass wir aus dem Öl, auch den Treibstoff unseres heiß-geliebten Autos und die wollige Wärme in den Wohnzimmern entstehen lassen. Somit unterstützt Jeder von uns indirekt Diktaturen in afrikanischen Ländern und verbaut deren Einwohnern jegliche Chance auf Bildung und Wohlstand.

Ist das gerecht? Sind wir denn wirklich so abhängig von Öl?

Ich zitierte aus: Seifert, Th., Werner K.: Schwarzbuch Öl. Wien: Deutige Verlag 2005. S. 160-166.

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